Samstag, Oktober 25, 2008

Wieder eine Woche vorbei

Was ist passiert?
Nicht sonderlich viel. Der Unterricht nahm wie gewohnt seinen Lauf. Heute war letzter Schultag vor den Ferien, da ließ die Anwesenheit etwas zu wünschen übrig. In der einen Gruppe waren 2 von 6 Schülern da, in der anderen 1 von 6. In der ersten Gruppe waren aber alle entschuldigt, in der zweiten Gruppe nicht. Die haben jetzt alle ein "absent without notification" bekommen, und da es sich bei enigen mittlerweile summiert hat, wird nach den Ferien ein Brief an die Eltern geschickt (ab 3x unentschuldigtem Fehlen). Den einen Schüler habe ich z.B. noch nie gesehen, der wurde mir am Mittwoch von Burkhard mal vorgestellt: "Das ist dein Assistant, bei dem du schon 3x Unterricht gehabt hättest. Nur damit du mal weißt, wie er aussieht." Besagter Schüler hat heute auch schon einen Brief nach Hause geschickt bekommen, laut Statistik ist es insgesamt (von allen anderen Fachlehrern zusammen) der 17. Brief, der an die Eltern geschickt wird. Und das im noch jungen Schuljahr.
Was war am Mittwoch? Am Mittwoch ging man mit sämtlichen Deutschkursen ins Kino und meine Wenigkeit musste als Begleitlehrer nach Central London mitkommen. Sämtlicher Deutschunterricht fiel an dem Tag aus, was ziemlich gut war - denn ich hätte von 10:00 bis 16:30 unterrichten müssen. Und so musste ich zwar um 7 Uhr aufstehen, mir für 11,80 Pfund eine Travelcard für Zug und U-Bahn kaufen (bekam ich aber dann später von der Schule erstattet) und in aller Frühe vor dem Kino stehen, aber im Gegenzug konnte ich "Die Welle" sehen. Auf deutsch, mit englischem Untertitel. Sehr gut, hat mir gefallen.Den Kids überwiegend auch, einige waren aber ein wenig vom Ende geschockt. Da musste ich am nächsten Tag im Unterricht noch ein wenig drüber sprechen.
Die ganze Sache war dann um 13 Uhr zu Ende (man hatte nach dem Film noch eine Diskussionsrunde), und jeder konnte nach Hause gehen. Natürlich habe ich die Zeit genutzt, um bei fabulösem Wetter in der Stadt herumzulaufen, ziellos, planlos, einfach nach Lust und Laune getrieben. So ging es dann vom Leicester Square erst zu Covent Garden Market, dann zurück und, da die Versuchung so groß war, bog ich am zum Trafalgar Square, um dort auf einer Bank die Sonne und Atmosphäre zu genießen. Es war wieder einmal schlecht, dass Big Ben in Sichtweite steht. Denn somit ging es zu Fuß auch dorthin. Dann noch gleich Westminster Abbey mitgenommen und danach lief ich zum Piccadilly Circus. Irgendwo auf meinem Weg habe ich einen Park entdeckt, in dem ich auch noch einige Zeit im Sonnenschein verbracht und mit den Eichhörnchen gespielt habe. Bild anbei.



Auf dem Plan steht seit 2 Wochen schon, Highgate Cemetry und Wimbledon anzuschauen, aber da es mittlerweile schon 17 Uhr war und ich gut 45 Minuten für den Rückweg nach Hause brauche, musste ich notgedrungen den Tag beenden. Anfangs noch unschlüssig, war ich am Ende froh über die Entscheidung, denn um 18 Uhr war es schon dunkel. Jedenfalls war es ein schöner Tag, ganz besonders natürlich durch einen deutschen Film im Londoner Kino bedingt, noch dazu durch die Schüler, von denen viele nach dem Kino noch zu mir hingekommen sind um sich zu verabschieden. Ich denke ich bin in London angekommen, bin kein "Fremdkörper" mehr. Wobei das ja beim Silvesterausflug auch kaum noch mein Empfinden war.
Am Donnerstag wurde der Mietvertrag unterschrieben. Ab dem 01.11. gehört uns die neue Wohnung. Ein Pub ist direkt gegenüber von letzteren, da hat man es dann auch nicht so weit, wenn man nach einer Überdosis Mineralwasser nach Hause marschiert.
Morgen gehe ich zu einem Rugbyspiel. Zwar nicht im großen Stadion hier (Fassungsvermögen: 82.000 Zuschauer), denn dafür bekommt man keine Karten (werden alle an Clubmitglieder verkauft), aber zu einem kleineren Verein im Ort, dessen Stadion immerhin 12.000 Fans fasst. Das Team an sich ist mir ohnehin egal, war nur neugierig, wie so ein Rugbyspiel aussieht - denn ich habe bislang noch keins gesehen. Wie es der Zufall will, ist am Samstag auch noch ein "Real Ale Festival", auf dem man, auch hier im Ort, unzählige verschiedene Sorten von Ale probieren können soll. Selbstverständlich kann ich mir diese Kulturveranstaltung nicht entgehen lassen. Auch wenn es mittags um 12 Uhr recht früh für so etwas erscheinen mag. In der Schule rätselte das Kollegium bereits, ob mir, als Deutscher, denn die englische Bierbrühe schmecken würde. Meine Antwort: Am Anfang nicht, aber wenn man einige Gläser getrunken hat, spielt der Geschmack keine Rolle mehr."
Nach dem Rugbyspiel geht es dann (wohl traditionsgemäß) ins Pub, um das Ergebnis zu feiern. Wenn man verloren hat, spült man eben den Frust herunter.
Genug dazu. Der Sonntag ist zur Regeneration vorgesehen.

Am Montag gehe ich vielleicht nach Schottland. Wirklich fix ist noch nichts, in bin noch bei der Planung. Wird sich also kurzfristig entscheiden. Aber ich muss am 01.11. wieder zurück sein, weil ich in der neuen Wohnung die Übergabe machen muss. Inklusive Inventarcheck und Mängelliste. Die Franzosen sind nämlich alle weg und die Spanierin traut sich wohl nicht so recht. Also wird "der Deutsche" mit breiter Brust vorgeschickt. Nun ja, wollen wir die Kiste mit den Klischees nicht schon wieder strapazieren.

Das war's dann erstmal. Jetzt sind alle auf dem aktuellen Stand der Dinge.

Kommentare:

  1. Du fotografierst wirklich gerne und bei jeder sich in London bietender Gelegenheit Eichhörnchen, oder ;-)!

    LG

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  2. Du warst leider nicht in der Näe...so it was up to me to do it ;-)

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