Montag, August 31, 2009

zu kalt

Auch gestern war es wieder zu kalt, und ich deshalb sogar schon vor Mitternacht wieder zu Hause. Da meine Heiserkeit derzeit dauerhaft zu sein scheint, werde ich mir vermutlich eine Erkältung eingezogen haben. Für meine Leser werde ich diese Entwicklung weiter verfolgen.
Heute Abend ist der letzte Tag des Dorffestes, dessen Höhepunkt die "Einborschtung" darstellt, bei der neue Rekruten in den Berein zur Brauchtumspflege aufgenommen werden.
Irgendwann, nämlich wenn die Bewirtung eingestellt und alles zusammengebaut wird, gibt es Freibier und Freiwein. Für manche also schon Grund genug, nicht auf diesen Abend zu verzichten.

Sonntag, August 30, 2009

Ruhephase

"Kräfte sammeln" lautet die Devise. Derzeit ist es vergleichsweise ruhig im Dorf, der Ansturm der Massen wird in ca. 2 Stunden zu erwarten sein. Gestern war es wider Erwarten nicht so toll. Hauptverantwortlich war meiner Meinung nach aber diese Schweinekälte (Vorstufe der Schweinegrippe), wegen der sich der Großteil der Gäste schon vergleichsweise früh auf den Heimweg machte, insbesondere nachdem die Liveband kurz vor Mitternacht verstummte. Aber es ist ja meisten so: Wenn man etwas besonders Tolles erwartet, wird man enttäuscht, wohingegen niedrige Erwartung häufig weit übertroffen werden. Wie im zwischenmenschlichen Bereich eben.
Heute gab es den Kerweumzug ([d-pa] berichtete), für den ich um 13 Uhr wieder auf den Beinen sein musste. Traditionsgemäß beginnt der Umzug aber immer erst 45 Minuten später und auch dieses Jahr war darauf Verlass. So verbrachte ich die Zeit bei einer ehemaligen Mitschülerin aus der Grundschule, die heute ihren Blumenladen im Ort eröffnet hat. Apropos Mitschülerin: Während ich die Blumenfee hin und wieder sehe, habe ich gestern auch eine andere Mitschülerin getroffen, die ich seit dem Grundschulabschluss nicht mehr gesehen habe. Also haben wir uns erstmal umarmt sowie links und rechts ein Bussi gegeben. Danach wurden die vergangen Jahre in wenigen Minuten zusammengefasst, aber in der Unterhaltung gab es einen Störfaktor: "Darf ich mal kurz?" sagte er, legte den Arm um meine Gesprächspartnerin und fing eine Knutschorgie an. Da sie vorher von ihrem in Stuttgart wohnenden Freund erzählt hatte (scheint wohl gerade Trend zu sein), zählte ich, clever wie ich bin, 1+1 zusammen. Das war mal wieder so typisch Mann: Sobald sich die Angebetete mit jemand anderem unterhält wird gemäß dem Motto "meins!" der Arm um sie gelegt und das Besitzverhältnis somit klargestellt. Der Mensch ist manchmal einfach so animalisch.
Heute Nachmittag habe ich mir jedenfalls nach dem Umzug noch die Kerwered' unseres Kerwebürgermeisters zu Gemüte geführt und bin nach dem Besuch einer Vernissage von Hobbymalern aus dem Ort sodann wieder in die heimischen vier Wände zurückgekehrt. Ein Bild mit dem Titel "Afrikanische Savanne" hat mir sehr gut gefallen, aber leider liegt der dafür geforderte Preis über dem, den ich bereit gewesen wäre zu zahlen.
Nachher werde ich wohl wieder im Festzelt vorbeischauen. Wenn alles vorbei ist werde ich mich erst wieder an das Hochdeutsche gewöhnen müssen. Denn in den letzten Tagen kam es mir etwas abhanden. Dafür habe ich seit gestern allerdings einen Ohrwurm: "Joana, du geile Sau" von Peter Wackel, der damit den Hit von Roland Kaiser prekariatsfähig Mallorca-fähig gemacht hat. Ganz Mutige können sich ja heranwagen:

Samstag, August 29, 2009

Gossiping

In China fällt ein Sack Reis um, bei uns ein Traktor. Womit nun auch schon geklärt wäre, weshalb am gestrigen, frühen Abend Martinshorn im Ort zu hören war.
So ein Dorffest ist in solchen Dingen sehr praktisch, auch wenn wir die Kunst des Buschfunks ohnehin nahezu perfektioniert haben in unserer Gemeinde der Schlafenden...die aber, ähnlich wie New York, niemals wirklich schläft.

Und wenn man den heutigen Morgen als Betrachtungsgrundlage nimmt, so kann man das durchaus bestätigen: Während die letzten nach Hause laufen, stehen die ersten bereits wieder auf.
Wie dem auch sei, man hat jedenfalls so allerhand erfahren. Offene Geheimnisse, aktuelle Vorgänge im Ort, Details aus anderer Leute Beziehungsleben. Lustig war auch, dass der Erwartungshorizont manchen Leuten gegenüber wieder zur Gänze erfüllt wurde. So etwa bei einem Bekannten/Freund, der 2 Jahre älter ist als ich. Ich sah ihn schon aus der Ferne auftauchen - bzw. ich vermutete es, denn ein gelbes, hautenges Shirt war im Anmarsch. "Na wenn das nicht mal von Ed Hardy ist!". So wars dann auch. Ed Hardy ist ja so ein Scheiß! Hässlich, teuer, minderbemittelt. Aber er schien sich drin wohlzufühlen und das ist schließlich die Hauptsache.
Wie [d-pa], heute etwas heiser, bereits berichtete, war ich nun seit zwei Jahren erstmals wieder auf dem dörfliche Feste zugegen und da man ohnehin Hinz und Kunz kennt, ist "Hallo!" wohl das meistgenutzte Wort dieser Tage. Einige Leute haben mir auch anvertraut dass sie mich bei der letzten Wahl gewählt hätten und dass sie so eine Kandidatur in jungen Jahren gut finden. Irgendwie war es schön, abgesehen vom Wahlergebnis nochmal ein Feedback zu bekommen.
Heute wird jedoch in den Abendstunden höchstwahrscheinlich nochmals weitaus mehr los sein als gestern, schließlich befinden wir uns im Wochenende. Morgen folgt dann der "Kerweumzug", bei dem die amüsantesten Dorfereignisse des letzten Jahres nochmals aufs Korn genommen werden und die Verlesung der "Kerwered" durch den Kerwebürgermeister, der selbige Eregnisse in Schrift und Reim seinem Volk vortragen wird. In lokaler Mundart, versteht sich. Ich freue mich schon.

Dorffest

Gerade bin ich vom lokalen Dorffest nach Hause zurückgekehrt. Die Stimmung war anfänglich recht mies, die Band "Gut und Billich" heizte der Menschenmasse eher "billich" statt "gut" ein. Daher versammelte sich der überwiegende Teil der Gäste vor dem Zelt, denn da war es nicht so laut und man konnte sich ohne gegenseitiges Anschreien unterhalten. Jedoch wurde sich dann außerplanmäßig dazu entschlossen, trotz des Festzelts zusätzlich noch die Bar zu eröffnen, deren große Stunde erst morgen geschlagen hätte.
In der Bar läuft seriöser Rock und es ist einfach gemütlich. Das schöne an so einem Dorffest ist ja (zumindest für mich): Es ändert sich nie was. Ständig die gleichen Leute (wie schon seit Jahren), immer irgendwelche Gruppen von geschätzten 14-jährigen Mädchen und Knaben, die miteinander am bereits geschlossenen Schaustellerwagen herumknutschen, aber, und das ist das Schönste, ich treffe endlich wieder die Leute, die ich zuletzt vor einem Jahr beim vorherigen Dorffest gesehen habe. Und da ich im letzten Jahr nicht vor Ort war, sind es mittlerweile schon zwei Jahre. Da sind beispielsweise drei Mitschüler aus der Grundschule, zu denen ich ansonsten eigentlich keinen bis kaum Kontakt habe, aber beim Dorffest wird sich dann immer auf den neuesten Stand gebracht und man hat einfach eine schöne Zeit zusammen. Kurzum: Man trifft Leute, die man schon ewig nicht mehr gesehen hat. Im Idealfall wird dann bis Montag mit just diesen Personen Bier um Bier, Hochprozentiges um Hochprozentiges gestemmt. Wunderbar.
Dazu kommt dann noch das neueste Geschwätz über die Geschehnisse im Ort und die Beobachtung amüsanter Aktionen einiger Besucher. Beobachten konnte man diesmal allerdings auch drei Securityleute, die, als Schrank ver- und in schwarz gekleidet, mit Schlagstock bewaffnet auf dem Festplatz patroullierten um Schlägereien zu verhindern. Wobei das die Besucher durchaus selbst regeln können. Das finde ich daher etwas übertrieben und unangebracht. Darüber hinaus, zur Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften, sollen wohl auch Polizisten in zivil unterwegs sein, die kontrollieren sollen dass beispielsweise nichts Hochprozentiges an Jugendliche unter 16 Jahren verkauft wird. Nun ja, auch hier gibt es durchaus eine Selbstkontrolle, zumal man ohnehin weiß, wie alt die Leute ungefähr sind.
Jedenfalls war es nun nach zwei Jahren wieder mein erster Abend vor Ort, und ich habe mich tatsächlich amüsiert. Außerdem lernt man ja auch neue Leute kennen, heute waren es Regina, Lou, Nicole, Jan und Bastian. Morgen Nachher geht es dann weiter. Da viele Leute am Samstag nicht arbeiten müssen (und am darauf folgenden Sonntag auch nicht) wird morgen wohl traditionsgemäß der Höhepunkt der gesamten Festivität stattfinden. Ich bin gespannt. Und dabei bin ich auch. :)

Freitag, August 28, 2009

Wer Sex will...

Wer Sex will:

Bitte bei Rita melden!

Mittwoch, August 26, 2009

Zur Bundestagswahl 2009

Während sich im Mannheimer Gewerkschaftshaus gerade FW Steinmeier um Kopf und Kragen redet...

Wir liegen im Streit
Mit Machtgefühl und Ehrgeiz
Regierungen kommen und gehen
Das Volk muss den Karren ziehn
Ihr habt uns nicht verdient

Ihr steht auf der Bremse
Wir wollen die Wende
Wir sind zum grossen Wurf bereit
Ihr vergeudet unsere Zeit
Und dabei seid ihr nur ausgeliehen

Der Sommer war gross
Das Wetter überreif
Aber ihr, ohne Idee, im Abseits
Ihr spielt nur zum Schein
lasst uns hinten allein
Ihr spielt mehr harmlos als schlecht
Der Gegner kommt über rechts
Für euren Vertrag fällt euch zu wenig ein
In einer flüsternden, flüsternden Zeit

Wenn Eure Stunde schlägt
Ist es zu spät
Weil ihr habt euch zuwenig bewegt
Ihr habt uns zuwenig bewegt
Zuwenig bewegt


 
© [d-pa] 2006-2013