Freitag, September 12, 2008

Neue Berufsfelder für [d-pa]?

Hypnose-CDs? Radio? Fernsehen?

Mehr dazu in Kürze.

Mut zum Risiko

Manchmal muss man kleine Wagnisse eingehen um Erfolge verbuchen zu können. Dass man dabei auch einmal Schiffbruch erleidet, ist klar. Selbstverständlich kommt es aber nicht auf die Qualität der Rückschläge an, sodnern viel eher darauf, wie viele man davon einstecken kann und ob man sich danach auch wieder traut, den schmalen Grat zwischen Freud und Leid zu gehen.
Ein gewisses Risiko bin ich bei meiner Hausarbeit mit dem wohlklingenden Titel "Lonely Young Man" zum Hauptseminar "British Literature of the 50s" eingegangen, indem ich, wohl typisch für einen unkonventionellen Studenten, den "Papst" der anglistischen Literatur, Prof. Dr. Hubert Zapf, kritisiert und einige seiner Thesen der Literaturtheorie wiederlegt habe.
Ob der Blasphemie war ich mir etwas unsicher, was denn letztlich als Ergebnis des Ganzen drohen würde. Da ich aber entsprechende Nachweise aufzeigen konnte, hatte ich ein reines Gewissen und nahm die Herausforderung an.

Vorhin rief ich bei der zentralen Scheinausgabestelle an und erkundigte mich, ob der Schein da sei. Antwort: Ja, Note 1,7.

Damit ist der heutige Tag gerettet - das Risiko hat sich ausgezahlt.

9162621

Mittwoch, September 10, 2008

Verschlafene Schnarcher

Sodele. Da Nora trotz Muttergefühle mir gegenüber so unsensibel ist, schreibe ich jetzt einfach mal wieder einen neuen Beitrag und schiebe somit den bis dato noch aktuellsten Beitrag eine Stufe nach unten.
Meine Woche...

... begann damit, dass ich verschlafen habe. Seit Jahren mal wieder! Der Wecker war eigentlich auf 8:25 Uhr gestellt, damit ich "pünktlich" um 9:00 zum S-Bahnhof fahren kann (Fahrtdauer rund 17 Minuten). Irgendwann klingelte das Telefon und riss mich aus dem Schlaf. Kurzer Blick auf die Uhr - 9 Uhr! Oh weh! Es folgt ein prompter Sprung aus dem Bett, gefolgt von schneller Kleidungsauswahl und -anprobe. Schnell noch die Haare schön gemacht und ab ins Auto. Abfahrt 9:10 Uhr. Für die S-Bahn reichte es natürlich nicht mehr, aber immerhin fuhr im Nachbardorf um 9:19 Uhr die Bummelbahn. Also dort hingefahren und auf dem Weg mal wieder dem Schnarcher des Tages begegnet.

Der Schnarcher des Tages

Der Schnarcher des Tages existiert sowohl in männlicher als auch weiblicher Form. Das durchschnittliche Alter liegt irgendwo zwischen 50 und 78. Bevorzugte Fahrzeuge sind Kleinwagen, aber manche Schnarcher bewegen sich auch im Modell "Limousine" fort.
Wann trifft man einen Schnarcher?
Einen Schnarcher trifft man grundsätzlich zwischen 9:10 und 9:15 Uhr.

Die verschiedenen Exemplare:

Schnarcher 1:

Meine Nachbarin im roten Corsa. Fährt 1x wöchentlich um 9:05 zum Einkaufen ins Nachbardorf. Innerorts wird konsequent 30 gefahren (auch in der 50er-Zone), außerhalb des Ortes wird dann aufs Gaspedal getreten - bei 50km/h Spitze. Im Idealfall kommen einem ständig Autos entgegen, überholen unmöglich. Die eventuellen 5 Minuten Zeitdifferenz sind übrigens aus beschriebenen Gründen schnell aufgeholt.

Schnarcher 2:

Kommt von rechts gefahren, wenn ich auf die Hauptstraße einbiegen möchte. Leider habe ich keine Vorfahrt, muss also den Schnarcher an mir vorbeifahren lassen. Dafür kann ich mir den Schanrcher aber ganz genau anschauen. Seine Nase ist ca. 15cm von der Windschutzscheibe entfernt. Natürlich fährt der Schnarcher (genau wie ich) auch ins Nachbardorf, denn sonst wäre das ja alles langweilig. Variation: Fahrschulauto.

Schnarcher 3:

Kommt einem auf der Hauptstraße von vorne entgegen, wenn man am Ortsausgang nach links Richtung Nachbardorf abbiegen möchte. Selbstverständlich biegt der von vorn kommende Schnarcher auch in Richtung Nachbardorf ab und wird somit zum Rechtsabbieger - no chance. Die Variation von Schnarcher 3 ist übrigens ein Baustellenfahrzeug.

Schnarcher 4:

Biegt im Ortseingang des Nachbardorfs von einer kleinen Seitenstraße auf die dortige Hauptstraße ein, um dann zwecks Kollisionsvermeidung meine Wenigkeit zum Abbremsen zu zwingen. Die Fahrt führt dann mit beschaulichen 30km/h durch den Ort, zumindest bis zur ersten Seitenstraße, in die dann wiederum eingebogen wird. Manchmal fährt Schnarcher 4 aber auch durch den ganzen Ort...mit 30km/h, ich wiederhole mich gerne noch einmal.

Schnarcher 5:

Ist am Ortsausgang anzutreffen, fährt in der Regel vom Supermarktparkplatz auf die Straße, um dort den Verkehr zu blockieren. Idealerweise fährt Schnarcher 5 Richtung Landstraße, auf der man mit 70, später auch 100 Sachen in Richtung S-Bahnhof heizen kann. Geschwindigkeit in beiden Fällen ~55-60km/h.

Schnarcher 6:

Die letzte Chance des Tages. Kommt auch hier kein Schnarcher mehr, dann kann man den gesamten Tag schnarcherfrei fahren. Schnarcher 6 kommt auf der Landstraße von rechts, wenn man gerade (von links und vom Nachbardorf kommend) auf jene einbiegen möchte. Zu erkennen ist Schnarcher 6 auch daran, dass er bereits eine PKW-Kolonne hinter sich herschleppt. Variation: LKW.


Ich verliere mich im Detail, also zurück zum Thema.

An besagtem Tag begegneten mir Schnarcher 1 (konnte ich überholen) und Schnarcher 3 (bog bei der nächsten Kreuzung ab). Aber kein Ding, die Bahn habe ich problemlos bekommen. Mit etwas Verspätung kam ich dann letzltich zur Arbeit: 3 Minütchen - also noch im akzeptablen Rahmen.
Der Tag verlief so langweilig wie immer, nichts besonderes. Die Zeit wurde abgesessen (Daher wohl mein gutes Sitzfleisch, Juli!).

Am Dienstag habe ich etwas länger gearbeitet, von 9:45 Uhr bis 19:15 Uhr. Um 19:30 Uhr war GEW-Treffen, bei dem wir fast alle 30 eingeplanten Neumitglieder begrüßen konnten. Nun gut, es waren ein paar weniger...
Um 21:45 war das Treffen zu Ende und ich konnte um 22:07 mit dem Bähnchen Richtung Heimat fahren. Dort war ich um 22:45 auch angekommen, habe dann mal mein Frühstück/Mittag-/Abendessen genossen und nach ewig langem Feierabend kurz nach 24 Uhr wieder geschlafen, damit ich am nächsten Tag wieder um 8:25 aufstehen konnte. Diesmal hatte ich nicht verschlafen und konnte den Tag immerhin etwas ruhiger angehen lassen. Der Rest des Tages war aber identisch - nur dass ich um 18 Uhr aus dem Büro gehen konnte.
Und morgen, morgen wird es wieder so ablaufen...wie auch schon die letzten 3 Wochen.
Hat nicht kürzlich jemand kritisiert dass meine work/life-balance nicht stimme?

Sonntag, September 07, 2008

Blogtrauertag

Mein Schatzi ist weg.


Danke für die schöne Zeit, werde dich vermissen! :°(

Samstag, September 06, 2008

Escherichia coli

Escherichia coli – ein kleines, gram-negatives, peritrich begeißeltes und nach seinem Entdecker Theodor Escherich benanntes Bakterium.


Der landläufigen Auffassung, E.coli sei ein von Molekularbiologen, Medizinern etc. zu eigenem Profit exploitiertes, ungefährliches Darmbakterium das nichts anderes wolle als "ungestört vor sich hinzuleben und sich zu teilen", muss vehement widersprochen werden. Obwohl E.coli zur normalen Darmflora gehört, besitzt es außerhalb des Darms dennoch eine fakultative Pathogenität: Ursache für z. B. Peritonitis, Meningitis etc.

Darüber hinaus ist in unsachgemäßen Darstellungen zu lesen: "In deutschen Labors sterben täglich Millionen Escherichia coli Bakterien, nur weil sie nicht das Privileg haben ein Resistenzgen zu besitzen!".
Nach den Grundsätzen des ICHUBS (International Committee on Handling and Use of Bacterial Strains), denen sich immer mehr molekularbiologische Laboratorien und Institute verschrieben haben, genießen auch E.coli das Recht auf freie Entfaltung und Selbstbestimmung (Stichwort Liberalismus).
So ist es jedem Bakterium selbst überlassen, ein dargereichtes Plasmid mit der Chance auf ein attraktives Resistenzgen zu erhaschen und sich zu eigen zu machen. Es gibt keine privilegierten Bakterien!
Einige Escherichia coli treten, nachdem sie ihr Plasmid aufgenommen haben, den letzten Teil ihr großen Reise an. Natürlich ist es bedauerlich dass diese Bakterien dabei sterben. Doch nehmen sie diesen Opfertod aus Überzeugung und zum Dienste der Wissenschaft an.

All diesen Märtyrern sind wir zum Dank verpflichtet.
 
© [d-pa] 2006-2013